Konflikte lösen

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Nicht immer ist das Zusammenleben zwischen Menschen und Vögeln konfliktfrei. Stare können schnell Süß- und Sauerkirschbäume plündern. Amseln und Drosseln bevorzugen die ersten Erdbeerfrüchte. Tauben und Spatzen fressen junge Gemüsepflanzen (vor allem Salat) an und picken Samen bzw. Keimlinge aus der Erde.

Solche Schäden lassen sich reduzieren:

  • Optische Scheuchen aufstellen/-hängen, z. B. flatternden, lärmende oder glitzernden Materialien. Im Handel werden relativ teure elektronische Vogelscheuchen angeboten, daneben sind Vogelschreckstreifen aus bunten Aluminium-Streifen preisgünstiger erhältlich. Auch mit einer „klassischen“, selbst gebastelten Vogelscheuche oder blinkenden CD-Scheiben kann die Vogelwelt kurzfristig beeindruckt werden. Soll die Scheuche wirken, darf sie nur kurzfristig angebracht werden, damit sich die Vögel nicht daran gewöhnen.
  • Schalen mit Wasser um die Bäume stellen. Oft wollen Vögel nur ihren Flüssigkeitsbedarf mit dem „Früchteklau“ stillen.
  • Gegebenenfalls so früh wie möglich ernten.
  • Bei kleinen Bäumen ist auch eine Einzelbaumeinnetzung möglich (Fachhandel). Engmaschige Netze (0,8X0,8mm) bieten Schutz vor Kirsch- und Kirschessigfliege und sind für Vögel ungefährlich.
  • Gemüsebeet direkt nach Aussaat/Pflanzung mit engmaschigen Gemüseschutznetzen (gleichzeitig gegen Gemüsefliegen u.a.) abdecken.
  • Gimpel, Grünfink, Sperling und andere Vogelarten picken bisweilen an den Knospen der Obstgehölze. Eine Weißfärbung der Zweige und Knospen hält die Vögel vorübergehend vom Knospenfraß ab. Um einen Überraschungseffekt zu erzielen, sollten Sie die Bäume nach dem Auftreten erster Schäden mit einem Kalk-Leim-Gemisch aus 1,25 kg Branntkalk und 600 ml fertig angesetztem Tapetenkleister in 10l Wasser bespritzen. Bäume und Sträucher müssen danach intensiv weiß gefärbt sein.
  • Wird der Rasen durch Amseln total „zerhackt“, ist dies ein sicheres Indiz dafür, dass sich Larven (Tipula-, Junikäferlarven u.a.) im Boden befinden, die an den Graswurzeln fressen. Diese kann man biologisch mit Nematoden bekämpfen.
  • Äußerst lästig ist es auch, wenn die Vögel ständig eine Bank oder die Terrasse „verkleckern“. In diesem Fall befindet sich ein „Sitzplatz“ darüber. Ist dies ein Ast, kann man ihn einfach entfernen, um das Problem zu lösen. Ist dies nicht machbar, lässt sich ggf. das Gartenmöbel umstellen, so dass die Reinigung nur den Boden betrifft und einfacher ist.

Weitere Informationen:

Glasscheiben vogelsicher machen - Informationen des Nabu

Konflikte mit Tieren - Tipps zum richtigen Umgang mit "wilden Nachbarn" - Informationen des Landesbunds für Vogelschutz in Bayern (LBV) e. V.

Tipps zum Umgang mit Elstern, Krähen, Raben - Lösungen für Konflikte um Rabenvögel - Informationen des LBV