Trauriger Trend zum Stein-Garten

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In den letzten Jahren hat sich langsam aber sicher dieser neue „Trend“ etabliert: Beete mit Schotter- und Kiesabdeckung in privaten Vorgärten, vor öffentlichen Gebäuden bis hin zu den Friedhöfen – so genannte Stein-Gärten. Hierbei werden große Mengen an Schotter und Kies in „Pflanz“-Flächen geschüttet. Pflanzen selbst kommen in solchen Konzepten nur vereinzelt als Dekoration vor und sie werden häufig nicht standortgerecht verwendet. Die Bedeutung der Pflanzen und der Artenvielfalt gehen so weiter zurück. Gerade auch Privatgärten bieten Vögeln wichtige Nahrungsquellen, Brut- und Unterschlupfmöglichkeiten. Auch Bienen und Insekten finden keine Nahrung mehr. Ebenso auf das Kleinklima haben Stein-Gärten negative Auswirkungen.

Gewünscht wird in der Regel nur ein „pflegeleichter Garten“, weil die Gartenpflege zu mühsam sei oder die Zeit für die Gartenarbeit fehle. Dabei ist die Pflege von Stein-Gärten viel aufwendiger als oftmals gedacht. Zum Beispiel können zwischen den Steinen unerwünschte Wildkräuter wachsen, die aufwändig von Hand beseitigt werden müssen. Auch eine schnell einsetzende Verfärbung der Steine durch die Ansiedlung von Algen, Flechten und Moosen und/oder Straßenstaub bereiten oftmals Sorgen. Eine jährliche Reinigung der Steine und die Entfernung des Falllaubes müssen daher mit eingeplant werden.

Ein bunter Garten bereitet dagegen nicht grundsätzlich mehr Aufwand. Dafür bietet er mehr Vielfalt und deutlich mehr Nutzen für Klima, Umwelt und Tiere.

Weitere Informationen:

Zahlreiche Informationen rund um das Thema Gärtnern stellt die Gartenakademie Rheinland-Pfalz zur Verfügung.

Stauden statt Steine, Gräser statt Kies - Themenseite der Evangelischen Kirche im Rheinland, die sich kritisch mit Stein-Gärten auseinandersetzt. 

Wie Sie leicht einen vogelfreundlichen Garten einrichten können, zeigt der Umwelttipp aus dem März 2017: Der vogelfreundliche Garten