Tierschutz mit Labels?

© Schwalbenhof

Für viele Verbraucher spielt der Tierschutz beim Ein­kauf eine wichtige Rolle. Der Ernährungsreport 2017 des Bundes ergab, dass sich 79 Prozent der Befragten ein staatliches Tierwohllabel wünschen und 88 Pro­zent der Befragten mehr Geld für Lebensmittel ausge­ben würden, wenn diese aus Haltungen mit höheren Tierwohl-Standards stammen.

Nur ist es häufig schwer zu erkennen, wieviel Tierwohl überhaupt im eingekauften Lebensmittel steckt. Wer möglichst sicher sein will, kann hier z.B. auf Bio-Pro­dukte zurückgreifen. Hierbei haben die Anbauverbän­de, wie Bioland, Demeter oder Naturland, strengere Richtlinien als das EU-Bio-Siegel. Daneben gibt es weitere privatrechtliche Labels mit unterschiedlichen Anforderungen. Diese sind allerdings noch nicht auf vielen Produkten zu finden. Eine verpflichtende Kenn­zeichnung der haltungsform gibt es nur bei Eiern.

Ein Erfolg war die Kennzeichnung von Frischeiern im Jahr 2004, wo­durch die Verbraucher über die Tier­haltungsform entschieden haben. Käfigeier sind seitdem aus den Regalen verschwun­den. Doch schon bei gefärbten Ostereiern endet die Transparenz, da verarbeitete Eiprodukte nicht gekennzeichnet werden müssen. Das Land setzt sich daher für diese wichtigen Informationen auch bei verarbeitete Eiprodukten ein.

Mit einer transparenten und verpflichtenden Tierhal­tungskennzeichnung auch auf Frischfleisch kann eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten entstehen. Für unsere Landwirtschaft ist es eine Frage der Wett­bewerbsgerechtigkeit. Für unsere Tiere eine große Chance für mehr Tierwohl. Für Verbraucher ist sie eine wichtige Grundlage, sich beim Einkauf für mehr Tierschutz entscheiden zu können.

Weitere Informationen:

Mit der Veranstaltung "Kennzeichnung des Tierwohls - Erkenntnisgewinn für Verbraucherinnen und Verbraucher" im Januar 2017 aus der Reihe "Mittwochs im MUEEF" diskutierten Experten zum Thema. Die Präsentationen der Referenten können Sie hier abrufen.

Eine bestehende beispielhafte Initiative aus Rheinland-Pfalz ist die „Bio Rind & Fleisch GmbH RLP“, die
allerdings nur an Fleischverarbeiter verkauft. Diese Erzeugergemeinschaft handelt ökologisch erzeugte Schlachttiere und Tierhälften aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland.

Welche Kennzeichnungsregelungen gibt es generell für Lebensmittel? Die Seite Lebensmittel-Kennzeichnung des Bundesministeriums für Ernährung un Landwirtschaft hat alle verpflichtende und freiwillligen Kennzeichnungen zusammengefasst.